
Kunsthalle Dessau liest: Martin Oswald – Kafka hat am Sonntag geschlossen
Sein Buch ist mehr als eine Liebeserklärung an die Provinz. Es ist zugleich eine mit viel Humor und Hintersinn garnierte Bestandsaufnahme, ein mikroskopischer Blick auf die Tiefenschichten unserer teils schrägen Lebensformen. Dabei bezieht sich der Autor keineswegs nur auf jene „kleine Stadt im Nirgendwo“, dem Ort seiner literarischen Nebensächlichkeitsforschung. Denn Provinz ist nicht alleine das, was wir – landläufig (!) – darunter verstehen. Auch Köln, Berlin und Frankfurt gehören dazu. Genauso wie Bensheim, Singen und Abenberg und andere Orte. Bei seinen Erkundungen bewegt sich der Beobachter wie ein Flaneur durch Zeit und Raum. Entstanden sind literarische Miniaturen voller Poesie, die sich gelegentlich Abschweifungen ins Groteske erlauben und sich wie eine Collage zu einem Stimmungsbild der Gegenwart verdichten.
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